Gemeinschaftskonto Schweiz: Konten für Paare im Vergleich 2026
Ihr wollt Miete, Einkäufe und Krankenkasse gemeinsam bezahlen und trotzdem eure eigenen Konten behalten? Oder soll ein gemeinsames Konto gleich euer Hauptkonto werden? Für ein reines Haushaltskonto per App ist Yuh&Me die einfachste Wahl: keine Konto- oder Kartengebühren und kein Mindesteingang. Als gemeinsames Hauptkonto, auch für Reisen, ist das Bankpaket top der Bank WIR stark, sofern ihr eine der Bedingungen erfüllt.
Der Haken liegt im Detail. Die zweite Karte kostet nicht überall gleich viel wie die erste, Freibeträge werden teils geteilt, und bei manchen Angeboten braucht ihr zuerst je ein eigenes Konto bei derselben Bank. Wir schauen uns fünf Schweizer Angebote an: Yuh&Me, Bank WIR top, ZKB Banking, das Haushaltskonto der Migros Bank und neon duo.
Kurz gesagt:
- Haushaltskonto per App: Yuh&Me. Konto und zwei Karten kosten nichts, beide brauchen aber ein eigenes Yuh-Konto.
- Gemeinsames Hauptkonto, oft auf Reisen: Bank WIR top. Gratis mit einer der Bedingungen, etwa CHF 1’500 Zahlungseingang pro Monat, und Kartenzahlungen zum Interbankenkurs.
- E-Banking im Browser und Bargeld an Kantonalbank-Bankomaten: ZKB Banking, solange das Gratiskontingent reicht.
- Ihr habt beide schon Neon: neon duo ist bequem, kostet als Paar aber mindestens CHF 72 pro Jahr.
Übersicht: Konten für Paare
Stand 15. Oktober 2026. Die Kosten gelten für ein gemeinsames CHF-Konto mit je einer Debitkarte für beide Personen. Die Quellen findet ihr bei den einzelnen Anbietern.
| Angebot | Konto und 2 Karten pro Jahr | Zu beachten | Kartenzahlung in Fremdwährung | Bedienung |
|---|---|---|---|---|
| Yuh&Me | CHF 0 | Beide mit eigenem Yuh-Konto | Interbankenkurs plus 0.95% Wechselgebühr | App |
| Bank WIR top | CHF 0 mit erfüllter Bedingung | Eine Paketbedingung, z. B. CHF 1’500 Eingang pro Monat | Interbankenkurs ohne Zuschlag | E-Banking und App |
| ZKB Banking | CHF 0 im Gratiskontingent | Neues Gemeinschaftskonto, keine Umwandlung | 1.25%, max. CHF 1.50 pro Zahlung, plus Kurs der Bank | E-Banking und App |
| Migros Bank Haushaltskonto | CHF 30 | Zweite Karte nur für Premium- oder Hypothekarkunden gratis | CHF 1.50 pro Zahlung im Ausland, plus Kurs der Bank | E-Banking, je eigener Vertrag |
| neon duo | CHF 72, im ersten Jahr CHF 92 | Gleiche Adresse, beide mit eigenem Neon-Konto | Mastercard-Kurs plus 0.35% (free) oder 0% (plus) | App |
Bei Neon gelten die Zahlen für zwei bestehende persönliche Konten im Gratis-Plan. Wie sich die Kosten mit neuen Konten oder neon plus verändern, zeigt das Kostenbeispiel. Bargeldgebühren stehen bei den einzelnen Anbietern.
Yuh&Me: keine Konto- und Kartengebühren
- Konto und 2 Karten pro Jahr
- CHF 0
- Bedienung
- App
Mit Yuh&Me eröffnet ihr zu zweit ein Gemeinschaftskonto mit eigener Schweizer IBAN. Die Kontoführung kostet nichts, und beide erhalten eine physische und eine virtuelle Mastercard ohne Gebühr. eBill und TWINT laufen direkt über das gemeinsame Guthaben, dazu kommen gemeinsame Sparziele. Eure persönlichen Yuh-Konten bleiben getrennt.
Ihr müsst beide mindestens 18 sein, in der Schweiz wohnen und je ein aktives persönliches Yuh-Konto haben, mit eigener App, eigenem Gerät und eigenem Login. Pro Duo gibt es genau ein gemeinsames Konto mit genau zwei Personen. Die Bankdienstleistungen erbringt die Swissquote Bank.
Für Zahlungen in Fremdwährung rechnet Yuh zum Interbankenkurs um und verlangt 0.95% Wechselgebühr (Preisübersicht). Die Gebühr fällt beim Wechseln an, nicht auf jede Zahlung im Ausland. Zahlt ihr aus einem Guthaben in derselben Währung, wird nicht erneut umgerechnet. Falls ihr dieses Guthaben zuvor bei Yuh gewechselt habt, ist die Wechselgebühr bereits dabei angefallen.
Nachteile von Yuh&Me
Das gemeinsame Konto verwaltet ihr in der App. Wer klassisches E-Banking im Browser will, findet das bei WIR, ZKB oder Migros. Für Reisen sind die 0.95% spürbar, wenn ihr regelmässig Franken wechselt.
Auch Bargeld ist nicht die Stärke von Yuh. Der Tarif nennt einen Gratisbezug pro Kalenderwoche an Schweizer Bankomaten, danach kostet jeder Bezug CHF 1.90. Im Ausland zahlt ihr CHF 4.90 pro Bezug, plus allfällige Wechselgebühr und Gebühren des Automatenbetreibers.
Bank WIR top: gemeinsames Hauptkonto mit Interbankenkurs
- Konto und 2 Karten pro Jahr
- CHF 0 mit erfüllter Bedingung
- Bedienung
- E-Banking und App
Das Bankpaket top könnt ihr als Gemeinschaftskonto zu zweit führen. Ihr bekommt zwei Debit Mastercards und zwei E-Banking-Zugänge, dazu Mobile Banking. Mit WIR TWINT hängt TWINT direkt am Konto, nicht an einer Karte oder an einem Prepaid-Guthaben. Dafür braucht ihr einen E-Banking-Vertrag und ein Smartphone.
Im Ausland rechnet die Karte zum Interbankenkurs um, ohne Zuschlag und ohne Kommission. Zahlungen in Franken im Inland und SEPA-Zahlungen in Euro sind gratis, andere Auslandzahlungen können CHF 5 kosten (Tarif, gültig ab 15. Juli 2026).
Konto und Karten sind nur gebührenfrei, wenn ihr mindestens eine dieser Bedingungen erfüllt:
- regelmässig CHF 1’500 Zahlungseingang pro Monat
- CHF 20’000 Vorsorgegelder bei der Bank WIR
- WIR-Hypothek ab CHF 300’000
- ein WIR-Anteilschein
Der Anteilschein kostet CHF 200. Das ist Beteiligungskapital an der Genossenschaft, keine Jahresgebühr, aber auch kein gewöhnliches Kontoguthaben. Rechnet ihn deshalb nicht zu eurem Notgroschen.
Nachteile von Bank WIR top
Die 24 Gratisbezüge pro Jahr gelten weltweit, aber für beide Karten zusammen. Danach kostet jeder Bezug CHF 2. Ein Beispiel: Ihr bezieht im Jahr 36-mal Bargeld, je 18-mal pro Karte. Obwohl jede Karte unter 24 bleibt, sind nur 24 Bezüge frei. Die übrigen 12 kosten 12 × CHF 2 = CHF 24. Gebühren des Automatenbetreibers sind darin nicht enthalten. Lasst am Bankomaten und am Terminal in Landeswährung abrechnen, sonst rechnet der Betreiber zu seinem eigenen Kurs um.
Erfüllt ihr keine der Bedingungen, ist das Paket nicht gratis. Dann lohnt sich eher Yuh&Me oder ZKB Banking.
ZKB Banking: Kantonalbank mit Gratiskontingent
- Konto und 2 Karten pro Jahr
- CHF 0 im Gratiskontingent
- Bedienung
- E-Banking und App
Mit ZKB Banking erhaltet ihr bis zu drei Privatkonten in Franken und zwei Visa Debitkarten ohne Monatsgebühr, dazu eBanking, Mobile Banking und ZKB TWINT. Ein gemeinsames Konto mit zwei Karten passt in dieses Kontingent. Habt ihr bereits Konten oder Karten bei der ZKB, kann ein Teil davon schon belegt sein.
Stark ist die ZKB beim Bargeld in der Schweiz. CHF-Bezüge an allen Bankomaten der Kantonalbanken sind gratis, an anderen Schweizer Automaten kosten sie CHF 2. Franken und Euro könnt ihr an ZKB-Bankomaten gratis einzahlen, Euro werden dabei zum Notenkurs der Bank umgerechnet (Visa Debit Card).
Ein bestehendes Einzelkonto lässt sich nicht in ein Gemeinschaftskonto umwandeln. Ihr eröffnet also ein neues Konto. Seid ihr beide schon Kunden, stellt ihr den Antrag per eBanking-Nachricht. Ist die zweite Person noch nicht Kundin oder Kunde, verweist die ZKB auf eine persönliche Identifikation mit amtlichem Ausweis.
Nachteile von ZKB Banking
Im Ausland wird es teurer. Für Kartenzahlungen in Fremdwährung und auch für Zahlungen in Franken im Ausland verlangt die ZKB 1.25%, maximal CHF 1.50 pro Transaktion. Bei Fremdwährung kommt der Umrechnungskurs der Bank dazu. Ein Bargeldbezug im Ausland kostet CHF 5, plus Umrechnung und allfällige Gebühren des Betreibers. Auf einer Reise mit vielen kleinen Zahlungen summiert sich das.
Migros Bank: Haushaltskonto mit Bargeld an der Kasse
- Konto und 2 Karten pro Jahr
- CHF 30
- Bedienung
- E-Banking, je eigener Vertrag
Das Haushaltskonto der Migros Bank und das E-Banking am Computer und auf dem Handy sind gratis. Jede Person hat einen eigenen E-Banking-Vertrag. Die erste Debitkarte ist kostenlos, die zweite kostet für Paare CHF 30 pro Jahr. Erlassen wird diese Gebühr nur Premium- und Hypothekarkunden (Preise für Dienstleistungen, gültig ab 1. Juni 2026). In der üblichen Variante mit zwei Debitkarten zahlt ihr also CHF 30 pro Jahr.
Bargeld in Franken bezieht ihr gratis an Migros-Bankomaten und an den Kassen bestimmter Partner. Die optionale Kreditkarte ist ein eigenes Produkt und ersetzt die zweite Debitkarte in diesem Vergleich nicht.
Nachteile des Migros-Haushaltskontos
Die CHF 30 für die zweite Karte fallen jedes Jahr an. Im Ausland kostet jede Kartenzahlung CHF 1.50, bei Fremdwährung kommt der Kurs der Bank dazu. An anderen Schweizer Bankomaten zahlt ihr CHF 2 pro CHF-Bezug, im Ausland CHF 5.
neon duo: bequem, wenn ihr schon Neon habt
- Konto und 2 Karten pro Jahr
- CHF 72, im ersten Jahr CHF 92
- Bedienung
- App
Für neon duo müsst ihr im gleichen Haushalt an derselben Adresse wohnen und beide ein eigenes privates Neon-Konto haben. Das gemeinsame Konto hat eine eigene IBAN, und jede Person bekommt eine eigene Karte.
Das Konto kostet CHF 3 pro Person und Monat, zusammen also CHF 6. Abgebucht wird im Voraus von euren persönlichen Konten. Die gemeinsamen Karten kosten einmalig je CHF 10 (Preisübersicht vom 1. Oktober 2026). Eure persönlichen Konten können im Gratis-Plan bleiben. neon plus kostet CHF 20 pro Jahr oder CHF 2 pro Monat und Person.
Für eure Duo-Karte gelten die Konditionen eures persönlichen Plans. Hat nur eine Person plus, profitiert nur ihre Duo-Karte davon. Umgerechnet wird zum Mastercard-Kurs, im Gratis-Plan mit 0.35% Zuschlag, mit plus ohne Zuschlag. Ein CHF-Bezug an Schweizer Bankomaten kostet im Gratis-Plan CHF 2.50. Mit plus sind zwei Bezüge pro Monat frei, danach ebenfalls CHF 2.50.
Nachteile von neon duo
Mit CHF 72 pro Jahr ist neon duo das teuerste Angebot in diesem Vergleich, auch wenn ihr beide im Gratis-Plan bleibt. Habt ihr noch kein Neon, kostet die erste persönliche Karte im Plan free oder plus zusätzlich je CHF 20. TWINT gibt es nur als TWINT Prepaid, also mit einem separat aufgeladenen Guthaben statt direkt am gemeinsamen Konto. Alles zum persönlichen Konto lest ihr in meinem Neon-Erfahrungsbericht.
Kostenbeispiel: Was zahlt ihr zu zweit pro Jahr?
Dieses Rechenbeispiel geht von Folgendem aus:
- Ein gemeinsames CHF-Konto mit je einer Debitkarte und elektronischen Kontoauszügen.
- Nur Zahlungen in Franken im Inland, kein Bargeld, keine Fremdwährung, keine Ersatzkarten.
- Standardangebot für Erwachsene mit Wohnsitz in der Schweiz. Das Gratiskontingent der ZKB ist nicht schon durch andere Konten oder Karten belegt.
- Bei WIR erfüllt ihr die veröffentlichte Bedingung von CHF 1’500 Zahlungseingang pro Monat.
- Bei Neon habt ihr beide schon ein persönliches Konto mit Karte.
- Keine Boni, keine Kreditkarten.
| Angebot | Erstes Jahr | Ab dem zweiten Jahr |
|---|---|---|
| Yuh&Me | CHF 0 | CHF 0 |
| Bank WIR top (Bedingung erfüllt) | CHF 0 | CHF 0 |
| ZKB Banking (im Gratiskontingent) | CHF 0 | CHF 0 |
| Migros Bank Haushaltskonto | CHF 30 | CHF 30 |
| neon duo, beide im Plan free | CHF 92 | CHF 72 |
| neon duo, beide mit plus im Jahresabo | CHF 132 | CHF 112 |
Bei Neon setzt sich das so zusammen: CHF 72 für duo plus 2 × CHF 10 für die gemeinsamen Karten ergibt CHF 92 im ersten Jahr. Mit zwei Jahresabos plus kommen 2 × CHF 20 dazu, also CHF 112 pro Jahr und CHF 132 im ersten Jahr. Eröffnet ihr beide erst noch ein persönliches Neon-Konto mit Erstkarte, kommen im ersten Jahr nochmals 2 × CHF 20 dazu: CHF 132 mit free und CHF 172 mit plus.
Der WIR-Anteilschein von CHF 200 ist nicht in den Jahresgebühren enthalten. Wählt ihr diese Variante, braucht ihr das Beteiligungskapital zusätzlich.
Und wenn ihr im Ausland bezahlt?
Nehmen wir 50 Kartenzahlungen im Ausland in Fremdwährung mit einer Rechenbasis von je CHF 100 an, zusammen CHF 5’000. Ihr lasst immer aus Franken umrechnen und bezieht kein Bargeld. Verglichen werden die laufenden Jahresgebühren, ohne die einmaligen Kartenkosten:
- Yuh&Me: CHF 47.50 Wechselgebühr (0.95%) zusätzlich zum Interbankenkurs.
- Bank WIR top: CHF 0 Zuschlag zum Interbankenkurs, sofern ihr eine Bedingung erfüllt.
- neon duo mit zwei Plänen free: CHF 17.50 Zuschlag (0.35%) zum Mastercard-Kurs. Mit den CHF 72 für duo sind das CHF 89.50 ausgewiesene Gebühren.
- neon duo mit zwei Plänen plus: kein Zuschlag zum Mastercard-Kurs, dafür CHF 112 für duo und Abos.
- ZKB Banking: 50 × CHF 1.25 = CHF 62.50 Transaktionsgebühren. Jede Zahlung bleibt unter dem Maximum von CHF 1.50. Dazu kommt der Umrechnungskurs der Bank.
- Migros Bank: 50 × CHF 1.50 = CHF 75 Transaktionsgebühren, plus CHF 30 für die zweite Debitkarte, zusammen CHF 105. Dazu kommt der Umrechnungskurs der Bank.
Das sind nur die separat ausgewiesenen Gebühren. Interbankenkurs, Mastercard-Kurs und die Kurse von ZKB und Migros sind nicht dasselbe, die Differenzen sind hier nicht eingerechnet. Mehr zu Wechselkursen und Karten fürs Ausland lest ihr in meinem Artikel zur Kreditkarte ohne Auslandsgebühren.
So richtet ihr euer Haushaltskonto ein
Ich empfehle den meisten Paaren drei Konten: je ein eigenes Konto für Lohn und persönliche Ausgaben, dazu ein gemeinsames Konto für Miete, Nebenkosten, Einkäufe und gemeinsame Abos. Vorgeschrieben ist das nicht. Es hält aber die gemeinsamen Ausgaben übersichtlich, und jede Person behält ihr eigenes Geld und ihren eigenen Notgroschen. Für die persönlichen Konten hilft mein Vergleich der kostenlosen Bankkonten.
Wie viel jede Person einzahlt, entscheidet ihr selbst. Ein Beispiel mit CHF 3’000 gemeinsamen Ausgaben pro Monat:
| Aufteilung | Person A | Person B |
|---|---|---|
| Hälftig (50/50) | CHF 1’500 | CHF 1’500 |
| Nach Einkommen (CHF 6’000 und CHF 4’000 netto, also 60/40) | CHF 1’800 | CHF 1’200 |
Beides ist eine freiwillige Budgetregel, keine Vorgabe der Bank und keine Steuerregel. Praktisch ist ein Dauerauftrag von beiden persönlichen Konten kurz nach dem Zahltag.
Klärt ausserdem früh, welche Zahlungen über das gemeinsame Konto laufen, ab welchem Betrag ihr euch absprecht und was bei einer Trennung mit dem Guthaben passiert. Jede Person sollte ihr eigenes Login und ihre eigene Karte nutzen. Zugangsdaten teilt ihr nie, auch nicht in einer Beziehung.
Können unverheiratete Paare ein Gemeinschaftskonto eröffnen?
Ja. Bei Yuh&Me steht ausdrücklich, dass auch unverheiratete Paare, Geschwister und WG-Mitbewohner zusammen ein Konto eröffnen können. Bei neon duo ist die Bedingung der gemeinsame Haushalt, nicht die Ehe.
Müssen wir an derselben Adresse wohnen?
Bei neon duo ja. Bei Yuh&Me gehört dieselbe Adresse nicht zu den Bedingungen, ihr müsst aber beide in der Schweiz wohnen. Eine einheitliche Regel für alle Banken gibt es nicht.
Wie sicher ist das Geld auf dem gemeinsamen Konto?
Für die Einlagensicherung gelten die Inhaber eines Gemeinschaftskontos zusammen als eigener Einleger. Ihre Guthaben bei derselben Bank sind gemeinsam bis CHF 100’000 geschützt, nicht CHF 100’000 pro Person (esisuisse). Für eure persönlichen Konten gilt separat ein Schutz von bis zu CHF 100’000 pro Person, über alle Einzelkonten bei derselben Bank zusammen. Massgebend ist die Bank dahinter, nicht der Name der App.
Wichtiger im Alltag ist das Vertrauen. Bei Yuh&Me kann laut den Vertragsbedingungen jede Person allein Zahlungen auslösen und das Konto sogar ohne Zustimmung der anderen schliessen. Gegenüber der Bank haftet ihr solidarisch. Nach einem Todesfall darf die Bank alleinige Anweisungen der überlebenden Person ausführen, sie kann aber auch Anweisungen ablehnen oder Transaktionen einschränken. Andere Banken regeln das in ihren eigenen Bedingungen.
Mein Rat: Legt nur so viel auf das gemeinsame Konto, wie ihr für die gemeinsamen Ausgaben braucht, und haltet euren Notgroschen auf dem persönlichen Konto.
Gibt es ein Revolut-Gemeinschaftskonto in der Schweiz?
Ja, aber nicht für alle. Laut Revolut-Hilfe müsst ihr beide mindestens 18 sein, ein verifiziertes persönliches Revolut-Konto haben, im selben Land wohnen und beide zur Revolut Switzerland Payments AG gehören. Eure jeweilige Gesellschaft findet ihr in den Geschäftsbedingungen im App-Profil. Die Limiten bezahlter Pläne gelten weiterhin pro Person.
Eine virtuelle Schweizer IBAN macht Revolut nicht zur Schweizer Bank. Laut esisuisse entsteht dadurch kein Schutz durch die Schweizer Einlagensicherung. Für Paare, die Revolut beide schon nutzen, ist das gemeinsame Konto eine Ergänzung, etwa für Reisen. Als Haushaltskonto für Miete und Rechnungen würde ich eines der fünf Angebote oben wählen.
Fazit: Welches Gemeinschaftskonto passt zu euch?
Ein Gemeinschaftskonto, das für alle Paare am besten ist, gibt es nicht. Entscheidend sind eure Bedingungen und wie ihr das Konto nutzt. Meine Empfehlungen:
- Ihr wollt ein Haushaltskonto per App neben euren eigenen Konten: Yuh&Me, ohne Konto- und Kartengebühren und ohne Mindesteingang.
- Das gemeinsame Konto soll euer Hauptkonto sein und ihr reist oft: Bank WIR top, wenn ihr eine der Bedingungen erfüllt. Denkt an die 24 geteilten Gratisbezüge.
- Ihr wollt E-Banking im Browser und Bargeld an Kantonalbank-Bankomaten: ZKB Banking, solange das Gratiskontingent reicht.
- Ihr bezieht oft Bargeld an Migros-Bankomaten oder an der Kasse: das Haushaltskonto der Migros Bank, für CHF 30 pro Jahr für die zweite Karte.
- Ihr nutzt beide schon Neon und wollt alles in einer App: neon duo, für mindestens CHF 72 pro Jahr.