Broker Vergleich Schweiz 2026: Gebühren und ETFs
Welcher Online Broker lohnt sich, wenn du in der Schweiz wohnst und in ETFs und Aktien investieren willst? Wir vergleichen Degiro, Interactive Brokers, Swissquote und Saxo: was ein Kauf an der Schweizer Börse und in den USA kostet, wie teuer Depot und Währungswechsel sind, wann die Stempelsteuer anfällt und wo du US-ETFs kaufen kannst.
Die kurze Antwort: Interactive Brokers ist für die meisten Anleger am günstigsten. Swissquote ist eine Schweizer Bank, verlangt aber Depotgebühren, einen teuren Währungswechsel und die Stempelsteuer. Saxo ist ebenfalls eine Schweizer Bank, verlangt aber keine Depotgebühr und nur 0.25% für den Währungswechsel. Die Stempelsteuer fällt auch dort an.
Übersicht: Broker-Gebühren im Vergleich
Die Beispiele gelten für einen Kauf für CHF 1’000 an der Schweizer Börse SIX und für USD 1’000 in den USA (bei Interactive Brokers 10 Aktien zu USD 100). Spreads und Gebühren von Börsen und Behörden sind nicht eingerechnet. Die Quellen findest du weiter unten bei den einzelnen Brokern.
| Degiro | Interactive Brokers | Swissquote | Saxo | |
|---|---|---|---|---|
| Konto bei | flatexDEGIRO Bank, Deutschland | Ausländische Gesellschaft von Interactive Brokers | Swissquote Bank, Schweiz | Saxo Bank (Schweiz) AG, Schweiz |
| Depotgebühr | Keine | Keine für Aktien und ETFs an der SIX und in den USA | CHF 20–50 pro Quartal plus 8.1% MWST (bis CHF 1 Mio. Vermögen) | Keine |
| ETF-Kauf an der SIX für CHF 1’000 | EUR 2 Provision plus CHF 1 Bearbeitung | CHF 1.50 (Tiered, plus Börsengebühren) oder CHF 5 (Fixed) | CHF 5 plus CHF 0.85 Echtzeitgebühr | CHF 3 (0.08%, mindestens CHF 3), im Sparplan AutoInvest keine Kommission |
| Aktienkauf in den USA für USD 1’000 | EUR 1 Provision plus EUR 1 Bearbeitung | USD 0.35 (Tiered) oder USD 1 (Fixed) | CHF 5 plus USD 0.85 Echtzeitgebühr | USD 1 (0.08%, mindestens USD 1) |
| Währungswechsel | 0.25% automatisch, manuell EUR 10 plus 0.25% | Rund 0.03% automatisch (Cashkonto), manuell 0.002% (mindestens USD 2) | 0.95% | 0.25% |
| Stempelsteuer | Normalerweise keine | Normalerweise keine | 0.075% auf Schweizer, 0.15% auf ausländische Titel | 0.075% auf Schweizer, 0.15% auf ausländische Titel |
| US-ETFs | Beliebte US-ETFs nicht kaufbar | Ja | Ja, zum Beispiel SPY und QQQ | Ja, zum Beispiel VT |
| Schutz für Bargeld | Deutsche Einlagensicherung bis EUR 100’000 | Je nach Gesellschaft, keine Bankeinlage | Einlagensicherung esisuisse bis CHF 100’000 | Einlagensicherung esisuisse bis CHF 100’000 |
| Schutz für Wertschriften | Getrennt verwahrt, Entschädigung bis EUR 20’000 falls Titel fehlen | Getrennt verwahrt, je nach Gesellschaft SIPC oder irische Entschädigung | Getrennt verwahrt, nicht Teil der Konkursmasse | Getrennt verwahrt, nicht Teil der Konkursmasse |
Was die Stempelsteuer ist und was ein Kauf insgesamt kostet, zeigen wir im Rechenbeispiel weiter unten.
Was ist ein Investment Broker
Ein Investment Broker ist ein Finanzdienstleister, der den Handel mit Wertpapieren ermöglicht. Er bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen. Der Broker führt die Transaktionen im Auftrag des Kunden aus und berechnet dafür eine Gebühr. Die Gebühren können je nach Broker stark variieren. Deshalb ist es wichtig, die Konditionen der verschiedenen Anbieter zu vergleichen, um den besten Broker für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Für was brauchst du einen Investment Broker?
Ein Investment Broker ist für alle Anleger interessant, die in Wertpapiere investieren möchten. Mit einem Broker kannst du Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und andere Wertpapiere kaufen und verkaufen. Der Broker bietet dir eine Plattform, auf der du die Kurse der Wertpapiere einsehen und Transaktionen durchführen kannst. Ein Broker ist also die Schnittstelle zwischen dir und dem Finanzmarkt. Ohne Broker kannst du nicht an der Börse handeln.
Mittlerweile bieten Online Broker diverse Trading-Funktionalitäten an: Optionen, Futures, CFDs, Forex, Kryptowährungen und vieles mehr. Einige Broker bieten auch die Möglichkeit, in Rohstoffe, Immobilien oder andere Anlageklassen zu investieren. In diesem Artikel werden wir uns jedoch auf die Grundlagen konzentrieren: Aktien und ETFs. Alle hier vorgestellten Broker haben neben diesen Grundfunktionen auch noch diverse andere Funktionalitäten, die sich jeder hier individuell anschauen kann. Zudem evaluieren wir die Broker nur anhand ihrer Eignung für passives Anlegen. Wer aktiv handeln möchte, also etwa “Daytrading” betreiben will, wird andere Anforderungen an einen Broker haben.
Investment Broker oder Bank?
Neben Investment Brokern bieten alle gewöhnlichen Banken auch die Möglichkeit, in Wertpapiere zu investieren, sowohl individuelle Aktien als auch ETFs. Aber aufgepasst: Banken vermarkten gerne ihre aktiven Fonds anstatt ETFs, da sie damit mehr verdienen. Passive ETFs sind jedoch für die meisten Anleger die bessere Wahl, da passive Fonds in der Regel deutlich tiefere Kosten haben als aktive. Und auch bei regulären Wertpapieren und ETFs sind die Gebühren bei Banken meistens höher als bei spezialisierten Investment Brokern. Deshalb schauen wir uns in diesem Artikel nur Online Broker an.
Sind Online Broker sicher?
Die kurze Antwort ist: Ja. Alle hier vorgestellten Broker sind reguliert und unterliegen den strengen Vorschriften der Finanzmarktaufsichten. Die genauen Regeln unterscheiden sich zwischen den Ländern, in denen die Broker ansässig sind. Grundsätzlich ist zwischen Bargeld und Wertpapieren zu unterscheiden. Wie gut Bargeld auf dem Brokerkonto geschützt ist, hängt vom Broker ab (siehe unten). Allerdings sollte man es vermeiden, unnötig viel Geld auf dem Brokerkonto zu lassen. Überschüssiges Geld ist auf einem Sparkonto besser aufgehoben. Wertpapiere wie etwa ETFs werden im Falle eines Konkurses des Brokers nicht in die Konkursmasse einbezogen (FINMA). Sie bleiben also dein Eigentum. Vor Kursverlusten schützt das natürlich nicht. Trotzdem stelle sicher, dass du keine unnötigen Risiken eingehst und nur bei seriösen, etablierten Brokern investierst. Smartphone-Apps, die mit kostenlosen Aktien und Handeln zum Nulltarif werben, sind das Risiko für seriöse Anleger nicht wert.
So sind die vier Broker im Vergleich abgesichert:
- Swissquote: Die Swissquote Bank ist eine Schweizer Bank und Mitglied der esisuisse. Einlagen sind bis CHF 100’000 pro Kunde geschützt.
- Saxo: Die Saxo Bank (Schweiz) AG ist ebenfalls eine Schweizer Bank und laut Kundenschutz-Seite der esisuisse angeschlossen. Einlagen sind bis CHF 100’000 geschützt, Wertschriften werden im Konkurs der Bank zugunsten der Kunden abgesondert.
- Degiro: Bargeld liegt bei der flatexDEGIRO Bank und ist über die deutsche Einlagensicherung bis EUR 100’000 pro Kunde und Bank geschützt. Wertpapiere verwahrt Degiro laut FAQ getrennt in einer separaten Gesellschaft. Fehlen trotzdem Wertpapiere, zahlt die deutsche Anlegerentschädigung 90% des Schadens, höchstens EUR 20’000.
- Interactive Brokers: Das hängt von der Gesellschaft ab, bei der dein Konto liegt. Führt die US-Gesellschaft IB LLC dein Konto, etwa wenn es über Interactive Brokers (U.K.) eröffnet wurde, schützt die SIPC Wertschriften und Bargeld bis USD 500’000, davon höchstens USD 250’000 Bargeld. Das ist keine Einlagensicherung wie bei einer Bank. Bei Interactive Brokers Ireland gilt die irische Anlegerentschädigung: 90%, höchstens EUR 20’000.
Degiro - der Einsteiger Broker

Degiro startete im Jahr 2013 in den Niederlanden und entwickelte sich seitdem zu dem grössten Broker Europas. Dein Vertragspartner ist die niederländische Zweigniederlassung der deutschen flatexDEGIRO Bank SE. Wichtig zu beachten ist, dass Degiro von der deutschen Finanzaufsicht BaFin sowie den niederländischen Behörden AFM und DNB beaufsichtigt wird und nicht von der Schweizer Finanzmarktaufsicht. Du kannst dein Depot aber dennoch problemlos in Schweizer Franken führen.
Gebühren von Degiro
Die ausführliche Preisübersicht von Degiro ist hier zu finden. Das Wesentliche fassen wir hier zusammen.
Aktien
Pro Transaktion gelten je nach Börsenstandort folgende Gebühren:
- Schweiz: 6 Franken
- USA: 2 Euro
Die meisten restlichen Börsenstandorte erheben Gebühren von 4.90 oder 6 Euro.
ETFs
Degiro bietet mit der Core Selection ETFs an, die an der Börse Tradegate ohne Provision gehandelt werden können. Aber Achtung: es fällt zwar keine Provision an, aber dennoch eine Bearbeitungsgebühr von 1 Euro.
Für alle anderen ETFs gelten die folgenden Gebühren:
- An der Schweizer Börse: 2 Euro Provision plus CHF 1 Bearbeitung
- An den meisten anderen Börsen: 2 Euro Provision plus 1 Euro Bearbeitung
Währungsumtausch
Der automatische Währungsumtausch (AutoFX) kostet 0.25% des Transaktionsvolumens. Wechselst du manuell, kostet es EUR 10 plus 0.25%. Die Gebühr fällt an, wenn Degiro für einen Kauf oder Verkauf in einer anderen Währung als deiner Kontowährung umrechnen muss. Hast du bereits Guthaben in dieser Währung, wird nicht neu gewechselt. Für Schweizer Anleger ist dies besonders wichtig, da die meisten ETFs in US-Dollar oder Euro gehandelt werden.
Jahresgebühr
Degiro erhebt eine jährliche Gebühr pro Börse, an der du investierst. Diese beträgt 2.50 Euro pro Jahr pro Börse. Pro Börse beträgt die Gebühr maximal 0.25% deines Kontowerts. Für die Schweizer Börse und die Core Selection wird die Gebühr nicht erhoben. Depot- und Inaktivitätsgebühren verlangt Degiro für Aktien und ETFs laut Gebührenübersicht keine.
Fazit zu Degiro
Vorteile
- Einfach zu bedienen
- Automatischer Währungsumtausch macht Kauf in Fremdwährungen einfacher
Nachteile
- Keine Investments in die US-ETFs möglich
- Ausländischer Broker, der Jahresbericht folgt nicht unbedingt den Schweizer Steuerregeln
Grundsätzlich ist Degiro ein guter Broker für Einsteiger, die in europäische ETFs investieren möchten. Die Gebühren sind relativ günstig und die Plattform ist einfach zu bedienen. Für Anleger, die US-ETFs (etwa Vanguard) kaufen möchten, ist Degiro jedoch nicht geeignet: Ohne die nötigen Dokumente bietet Degiro US-ETFs nicht zum Kauf an. Bestehende Positionen kannst du halten oder verkaufen.
Die Wertpapierleihe ist bei Degiro laut FAQ freiwillig: Deine Wertpapiere werden nur ausgeliehen, wenn du ausdrücklich zustimmst.
Interactive Brokers - der Profi Broker

Die Ursprünge von Interactive Brokers reichen bis 1977 zurück. Der Broker stammt aus den USA und ist heute der grösste Online Broker der Welt. Er ist für professionelle Anleger geeignet und bietet eine Vielzahl von Handelsmöglichkeiten an. In der Schweiz hat Interactive Brokers mit der IBKR Financial Services AG in Zug eine von der FINMA bewilligte Gesellschaft, allerdings ein Wertpapierhaus ohne Kontoführung. Dein Konto liegt also bei einer ausländischen Gesellschaft von Interactive Brokers. Ein Depot in Schweizer Franken ist trotzdem möglich.
Gebühren von Interactive Brokers
Die Preisstruktur von Interactive Brokers ist sehr komplex. Grundsätzlich ist es der günstigste Broker hier im Vergleich. IBKR hat zwei Preisoptionen: Tiered und Fixed. Man kann im Client Portal zwischen den zwei Modellen wechseln.
Schauen wir uns für jedes Preismodell die Gebühren für Aktien und ETFs in den wichtigsten Märkten an: USA, UK, Deutschland und Schweiz.
Tiered Pricing
Tiered Pricing ist ein gestaffeltes Preismodell, bei dem die Gebühren abhängig vom Handelsvolumen sind.
- USA: 0.0035 Dollar pro Aktie, mindestens 0.35 Dollar, maximal 1% des Transaktionswerts
- UK: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens 1 GBP, kein Maximum
- Deutschland: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens 1.25 Euro, maximal 29 Euro
- Schweiz: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens CHF 1.50, maximal CHF 49
Diese Preise gelten für das niedrigste Handelsvolumen. Für die überwiegende Mehrheit aller Anleger wird dieser Preis gelten. Für sehr hohe Handelsvolumen gibt es noch tiefere Preise. Bei Tiered kommen laut Preisliste noch Gebühren der Börsen und Behörden dazu.
Fixed Pricing
Fixed Pricing ist ein einfaches Preismodell, bei dem die Gebühren unabhängig vom Handelsvolumen sind.
- USA: 0.005 Dollar pro Aktie, mindestens 1 Dollar, maximal 1% des Transaktionswerts
- UK: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens 3 GBP, kein Maximum
- Deutschland: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens 3 Euro, kein Maximum
- Schweiz: 0.05% des Transaktionswerts, mindestens CHF 5, kein Maximum
Depotgebühren
Für ein gewöhnliches Konto verlangt Interactive Brokers keinen Mindestbetrag, keine Kontoführungsgebühr und keine Inaktivitätsgebühr (Preisübersicht). Depotgebühren für Aktien und ETFs an der SIX oder in den USA fallen keine an.
Währungsumtausch
Ein manueller Währungsumtausch kostet 0.002% des Transaktionsvolumens, mit einem Minimum von 2 USD. Lässt du bei einem Cashkonto automatisch umrechnen, verlangt Interactive Brokers laut Tarif keine separate Kommission, rechnet aber typischerweise 0.03% in den Kurs ein. Das ist sehr günstig. Für Schweizer Anleger ist dies besonders wichtig, da die meisten ETFs in US-Dollar oder Euro gehandelt werden.
Fazit
Sowohl Fixed als auch Tiered Pricing sind beide sehr günstig. Welches Modell nun für wen besser ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für die meisten wird Tiered Pricing die bessere Wahl sein.
Fazit zu Interactive Brokers
Vorteile
- Günstigste Gebühren
- Währungsumtausch günstig
- US-ETFs verfügbar
- Weltweit grösster Online Broker
Nachteile
- Komplexer zu bedienen
- Ausländischer, amerikanischer Broker
- Verwirrende Preisstruktur
Swissquote - der Schweizer Broker

Swissquote ist, wie es der Name schon sagt, ein Schweizer Broker. Die Plattform startete 1996, seit 2000 ist die Gruppe an der Schweizer Börse kotiert und hat eine Banklizenz. Swissquote ist ein traditioneller Broker, der auch Bankdienstleistungen anbietet. Der Broker ist in der Schweiz reguliert und bietet ein Depot in Schweizer Franken an. Wer gerne über ein Schweizer Unternehmen sein Depot führen möchte, ist bei Swissquote richtig.
Gebühren von Swissquote
Die Gebühren von Swissquote sind im Vergleich zu den anderen Brokern relativ hoch. Dafür sind sie sehr einfach zu verstehen.
Aktien
Die Gebühren von Aktien sind abhängig vom Börsenstandort und der Transaktionsgrösse. Für Schweizer und US-Aktien gilt dieselbe Staffel. Die Kommission ist immer in Franken angegeben. Die Stufe richtet sich nach dem Ordervolumen in der Währung des Titels, bei US-Aktien also in Dollar.
| Ordervolumen | Kommission |
|---|---|
| Bis 500 | CHF 3 |
| 500.01 bis 1’000 | CHF 5 |
| 1’000.01 bis 2’000 | CHF 10 |
| 2’000.01 bis 10’000 | CHF 29 |
| 10’000.01 bis 15’000 | CHF 49 |
| 15’000.01 bis 25’000 | CHF 79 |
| 25’000.01 bis 50’000 | CHF 129 |
| Über 50’000 | CHF 190 |
Zu jeder Transaktion kommt eine Echtzeitgebühr von 0.85 in der Währung des Titels dazu, also CHF 0.85 an der SIX und USD 0.85 in den USA. Bei allen Käufen und Verkäufen fällt ausserdem die Stempelsteuer an. Die Preise für die restlichen Börsenstandorte können hier gefunden werden.
ETFs
Für ETFs aus dem Programm «ETF Leaders» an der SIX zahlst du unter CHF 500 Ordervolumen CHF 3, von CHF 500 bis CHF 1’000 CHF 5 und darüber CHF 9 (ETF-Tarif). Alle anderen ETFs kosten gleich viel wie Aktien.
Auch US-ETFs kannst du bei Swissquote kaufen. Im ETF-Angebot stehen zum Beispiel SPY und QQQ.
Depotgebühren
Swissquote verrechnet vierteljährlich eine Depotgebühr. Hier die Übersicht:
| Depotgebühren pro Quartal in CHF | Vermögenswerte in CHF* (ausser Bargeld) |
|---|---|
| 20 | 0 ‑ 50’000 |
| 25 | 50’000.01 ‑ 100’000 |
| 37.50 | 100’000.01 ‑ 150’000 |
| 50 | >150’000 |
Dazu kommen 8.1% Mehrwertsteuer. Bis CHF 1 Mio. Vermögen zahlst du pro Jahr also zwischen CHF 86.48 und CHF 216.20. Über CHF 1 Mio. Vermögen kommen pro Quartal zusätzlich 0.0075% dazu.
Währungsumtausch
Die Währungsumrechnungsgebühr für die Hauptwährungen beträgt 0.95%. Euro, US-Dollar, Britisches Pfund und Schweizer Franken sind alle in den Hauptwährungen inkludiert.
Fazit zu Swissquote
Vorteile
- Schweizer Broker
- Einfach zu bedienen
- US-ETFs verfügbar
- Schweizer Steuerauszug (eTax) für CHF 85 pro Steuerjahr
Nachteile
- Hohe Gebühren
- Teurer Währungswechsel
- Stempelsteuer auf jedem Kauf und Verkauf
Saxo - die günstige Schweizer Bank
Saxo stammt aus Dänemark. Dein Vertragspartner in der Schweiz ist die Saxo Bank (Schweiz) AG, eine Schweizer Bank unter Aufsicht der FINMA. Die Saxo-Gruppe gehört über eine Holding vollständig der Schweizer Bank J. Safra Sarasin (Investor Relations). Laut Kontoübersicht gibt es keinen Mindestbetrag für die Eröffnung. Du kannst bis zu 10 Unterkonten in 21 Währungen führen, zum Beispiel eines in Franken und eines in US-Dollar.
Gebühren von Saxo
Saxo hat drei Kontostufen: Classic, Platinum und VIP. Jedes neue Konto startet in Classic. Platinum erreichst du mit einer Einzahlung von CHF 250’000, VIP mit CHF 1 Mio., oder jeweils über dein Handelsvolumen.
Aktien und ETFs
Aktien und ETFs kosten bei Saxo gleich viel. Die Kommission ist ein Prozentsatz des Ordervolumens, mit einem Minimum pro Auftrag (Kommissionen für Aktien):
| Börse | Classic | Platinum | VIP |
|---|---|---|---|
| Schweiz (SIX) | 0.08%, mindestens CHF 3 | 0.05%, mindestens CHF 3 | 0.03%, mindestens CHF 3 |
| USA | 0.08%, mindestens USD 1 | 0.05%, mindestens USD 1 | 0.03%, mindestens USD 1 |
| Deutschland (Xetra) | 0.08%, mindestens EUR 3 | 0.05%, mindestens EUR 3 | 0.03%, mindestens EUR 3 |
Bei kleinen Käufen an der SIX zahlst du in Classic also das Minimum von CHF 3. Erst ab CHF 3’750 Ordervolumen liegt die Kommission darüber. Dazu kommt wie bei Swissquote bei jedem Kauf und Verkauf die Stempelsteuer.
Neben europäischen UCITS-ETFs kannst du bei Saxo auch US-ETFs kaufen, zum Beispiel den Vanguard Total World Stock ETF (VT).
Sparplan (AutoInvest)
Mit AutoInvest investiert Saxo jeden Monat automatisch einen Betrag deiner Wahl in ETFs. Zur Auswahl stehen über 100 ETFs, zum Beispiel der iShares Core MSCI World an der SIX. Käufe im Sparplan kosten keine Kommission, und es gibt keine monatliche Servicegebühr. Die Stempelsteuer, ein allfälliger Währungswechsel und Gebühren beim Verkauf fallen trotzdem an. Gekauft werden nur ganze Anteile.
Depotgebühren
Saxo verlangt keine Depotgebühr und keine Inaktivitätsgebühr (Gebühren und Kosten). Überträgst du Wertschriften zu einer anderen Bank, kostet das CHF 50 pro Position.
Währungsumtausch
Kaufst du einen Titel in einer anderen Währung als der deines Kontos, rechnet Saxo zum Mittelkurs plus höchstens 0.25% um. Das ist deutlich günstiger als bei Swissquote, aber teurer als bei Interactive Brokers. Hast du Guthaben auf einem Unterkonto in US-Dollar, kaufst du US-Titel ohne Umrechnung.
Steuerauszug
Den E-Steuerauszug für die Steuererklärung stellt Saxo laut Steuerdokumenten-Seite kostenlos über die Plattform zu.
Fazit zu Saxo
Vorteile
- Schweizer Bank mit Schweizer Einlagensicherung
- Keine Depotgebühr
- Günstiger Währungswechsel
- ETF-Sparplan ohne Kommission
- Kostenloser Schweizer Steuerauszug
Nachteile
- Stempelsteuer auf jedem Kauf und Verkauf
- Mindestkommission von CHF 3 an der SIX
- Währungswechsel teurer als bei Interactive Brokers
Stempelsteuer: Was kostet ein Kauf insgesamt?
Kaufst oder verkaufst du Wertpapiere über einen Schweizer Effektenhändler wie Swissquote oder Saxo, fällt die eidgenössische Umsatzabgabe an, besser bekannt als Stempelsteuer. Sie beträgt laut ESTV 0.15% für Schweizer und 0.30% für ausländische Wertpapiere. Käufer und Verkäufer tragen je die Hälfte. Als Anleger zahlst du also 0.075% oder 0.15%, bei jedem Kauf und jedem Verkauf, zusätzlich zur Kommission.
Entscheidend ist, wo das Wertpapier herkommt, nicht an welcher Börse du es kaufst. Ein in Irland aufgelegter ETF ist auch dann ein ausländisches Wertpapier, wenn du ihn in Franken an der SIX kaufst.
Degiro und Interactive Brokers sind ausländische Broker. Ist bei deinem Kauf kein Schweizer Effektenhändler beteiligt, fällt normalerweise keine Stempelsteuer an.
Rechenbeispiel
Annahmen: Du kaufst für CHF 1’000 einen in Irland aufgelegten ETF an der SIX, der nicht zur Core Selection von Degiro gehört. Oder du kaufst mit Franken eine US-Aktie für USD 1’000 (bei Interactive Brokers 10 Aktien zu USD 100, Cashkonto mit automatischer Umrechnung). Bei Saxo gilt die Stufe Classic. Spreads und Gebühren von Börsen und Behörden sind nicht eingerechnet.
| ETF an der SIX für CHF 1’000 | US-Aktie für USD 1’000, bezahlt mit Franken | |
|---|---|---|
| Degiro | EUR 2 plus CHF 1, keine Stempelsteuer | EUR 2 plus rund USD 2.50 Währungswechsel |
| Interactive Brokers (Tiered) | CHF 1.50, keine Stempelsteuer | USD 0.35 plus rund USD 0.30 Währungswechsel |
| Swissquote | CHF 5 plus CHF 0.85 Echtzeitgebühr und CHF 1.50 Stempelsteuer, total CHF 7.35 | CHF 5 plus USD 0.85 Echtzeitgebühr, USD 1.50 Stempelsteuer und rund USD 9.50 Währungswechsel |
| Saxo (Classic) | CHF 3 plus CHF 1.50 Stempelsteuer, total CHF 4.50 | USD 1 plus USD 1.50 Stempelsteuer und rund USD 2.50 Währungswechsel |
Bei Swissquote kommt die Depotgebühr dazu: unter CHF 50’000 Vermögen CHF 86.48 pro Jahr. Investierst du jeden Monat CHF 1’000 in einen ETF an der SIX, zahlst du bei Swissquote im ersten Jahr also 12 × CHF 7.35 = CHF 88.20 plus die Depotgebühr, zusammen rund CHF 175. Bei Interactive Brokers mit Tiered sind es 12 × CHF 1.50 = CHF 18 plus Börsengebühren, mit Fixed 12 × CHF 5 = CHF 60. Bei Saxo gibt es keine Depotgebühr, du zahlst also 12 × CHF 4.50 = CHF 54. Ist dein ETF im Sparplan AutoInvest, entfällt die Kommission, und es bleiben höchstens 12 × CHF 1.50 = CHF 18 Stempelsteuer. Der Sparplan kauft nur ganze Anteile und investiert deshalb jeweils etwas weniger als CHF 1’000.
Swissquote oder Interactive Brokers?
Beide bieten US-ETFs an, und bei beiden kannst du ein Depot in Franken führen. Der grösste Unterschied sind die Kosten: Bei Swissquote zahlst du Depotgebühren, Stempelsteuer und 0.95% für den Währungswechsel. Bei Interactive Brokers fallen keine Depotgebühren und normalerweise keine Stempelsteuer an, und der Währungswechsel kostet nur einen Bruchteil.
Dafür ist Swissquote eine Schweizer Bank mit Schweizer Einlagensicherung. Für die Steuererklärung bekommst du gegen CHF 85 einen Schweizer eTax-Steuerauszug. Interactive Brokers stellt einen Jahresauszug und einen Dividendenbericht zur Verfügung (Steuerberichte).
Ich empfehle Interactive Brokers, wenn du die Kosten tief halten willst. Swissquote lohnt sich, wenn dir eine Schweizer Bank und der fertige Steuerauszug den Aufpreis wert sind.
Willst du eine Schweizer Bank, aber tiefere Kosten als bei Swissquote, schau dir Saxo an: keine Depotgebühr, 0.25% für den Währungswechsel und ein kostenloser Steuerauszug. Die Stempelsteuer zahlst du aber auch dort.
Fazit: Der beste Broker in der Schweiz
Für die meisten Schweizer Investoren ist Interactive Brokers der beste Broker. Die Gebühren sind unschlagbar tief und die Plattform bietet die breiteste Auswahl an ETFs an. Anders als bei Degiro kann man dort auch die beliebten US-basierten Vanguard ETFs kaufen. Wer jedoch lieber über ein Schweizer Unternehmen investiert, ist bei Swissquote gut aufgehoben. Die Gebühren sind zwar höher und dazu kommt die Stempelsteuer, dafür ist die Plattform einfach zu bedienen und die Gebührenstruktur transparent. Günstiger investierst du bei einer Schweizer Bank mit Saxo: keine Depotgebühr, ein günstiger Währungswechsel und ein ETF-Sparplan ohne Kommission. Die Stempelsteuer fällt aber auch hier an. Degiro ist ein guter Broker für Einsteiger, die in europäische ETFs investieren möchten. Die Gebühren sind relativ günstig und die Plattform einfach zu bedienen.
Ein weiterer US-Broker für Schweizer Kunden ist Charles Schwab International. Ihn schauen wir uns in einem eigenen Review an.