Bankkonto Schweiz für US-Amerikaner: 4 Optionen (2026)
Für US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sind PostFinance und UBS 2026 die unkompliziertesten Alltagskonten: beide ohne Zusatzgebühr, mit etablierten FATCA-Prozessen und vollständig englischsprachiger App. Die ZKB akzeptiert US-Personen ebenfalls, verlangt aber CHF 360 pro Jahr Aufpreis. Die Migros Bank lässt sich laut Erfahrungsberichten in der Filiale öffnen, kommuniziert das aber nicht offiziell.
Übersicht: Welche Schweizer Banken US-Personen akzeptieren
| Bank | Beste Wahl für | Monatsgebühr | Zusatzgebühr US-Personen | Kontoeröffnung | Englisch-Support |
|---|---|---|---|---|---|
| PostFinance | Einfachster Alltag | CHF 5 (ab CHF 25’000 frei) | Keine | Nur vor Ort | App + E-Banking |
| UBS | Engagiertere Beratung | CHF 0 (Key4 Pure) | Keine | Nur vor Ort | App + E-Banking |
| ZKB | Englische Rechtsdokumente | CHF 0 | CHF 360/Jahr* | Nur am Hauptsitz Zürich | App + Dokumente |
| Migros Bank | Bestehende Migros-Beziehung | CHF 0 | Keine (laut Berichten) | Nur vor Ort | Eingeschränkt |
*Ausnahmen möglich, z.B. bei bestehender Hypothek bei der ZKB.
Was ist eine US-Person?
Als US-Person gelten gemäss amerikanischem Steuerrecht nicht nur US-Bürger, sondern auch Personen mit einer Green Card. Interessanterweise können auch Schweizer, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen sind, als US-Person gelten, nämlich dann, wenn sie nebenbei einen US-Pass besitzen. Das passiert zum Beispiel durch Geburt in den USA oder durch amerikanische Eltern.
Für diesen Artikel konzentrieren wir uns ausschliesslich auf US-Personen, die in der Schweiz leben und hier ein Bankkonto eröffnen möchten. Viele Schweizer Banken sind zurückhaltend bei der Kontoführung für US-Personen, und das aus gutem Grund.
FATCA und weltweite US-Besteuerung
Der Grund für die Zurückhaltung liegt im Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA). Dieses 2010 eingeführte US-Gesetz verpflichtet ausländische Finanzinstitute, Kontodaten von US-Personen direkt an die amerikanische Steuerbehörde IRS zu melden. Für Schweizer Banken bedeutet das einen erheblichen administrativen Aufwand.
Die USA sind eines der wenigen Länder weltweit, die ihre Staatsbürger auch dann besteuern, wenn diese im Ausland leben und dort bereits Steuern zahlen. Diese weltweite Steuerpflicht gilt unabhängig davon, wo das Einkommen erzielt wird. US-Personen müssen daher jedes Jahr eine US-Steuererklärung einreichen, selbst wenn sie jahrzehntelang nicht mehr in den USA gelebt haben. Viele kleinere Banken und Finanzdienstleister verzichten deshalb komplett darauf, US-Personen als Kunden zu akzeptieren.
Wichtig: Sobald du US-Bürger bist, musst du das bei der Kontoeröffnung angeben, unabhängig davon, ob du eine weitere Staatsbürgerschaft besitzt. Die Bank ist verpflichtet, deine Daten an die US-Steuerbehörde zu melden.
Welche Unterlagen brauchen US-Personen bei der Kontoeröffnung?
Üblich sind bei allen vier Banken:
- Reisepass oder Schweizer ID
- Schweizer Aufenthaltsbewilligung oder Wohnsitznachweis
- US-Steueridentifikationsnummer (SSN oder TIN)
- Ausgefüllte FATCA-Selbstauskunft der Bank
- Formular W-9 für US-Personen
Bei höheren Beträgen oder geplanter Wertschriftenanlage verlangen Banken zusätzlich Angaben zur Herkunft des Vermögens. Plane für den Termin in der Filiale eine Stunde ein und bring alle Dokumente im Original mit.
PostFinance
Die PostFinance ist offen für alle US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und verlangt keine zusätzlichen Gebühren. Das macht sie zur attraktivsten Option für den Alltag.
Die relevanten Kontomodelle sind:
- Smart Banking für CHF 5 pro Monat: Privatkonto, Sparkonto und Debitkarte
- SmartPlus für CHF 10 pro Monat: Zusätzlich mit Kreditkarte
Wer CHF 25’000 oder mehr bei PostFinance anlegt, erhält einen Rabatt von CHF 5 pro Monat auf die Kontogebühren. Damit wird das Smart Banking Paket effektiv kostenlos.
Die Kontoeröffnung ist nicht online möglich. Du musst persönlich in eine Filiale gehen. Die PostFinance App und E-Banking sind vollständig auf Englisch verfügbar.
UBS
Die UBS akzeptiert ebenfalls US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ohne Zusatzgebühren. Als einzige grosse Schweizer Bank ist sie auch direkt in den USA präsent. Das ist im Alltag selten relevant, könnte aber praktisch sein, wenn du Vermögenswerte in beiden Ländern verwaltest und eine Bank brauchst, die in beiden vertreten ist.
Das Basisangebot ist das kostenlose Key4 Pure Paket mit Privatkonto, Sparkonto und Debitkarte. Für Kreditkarten und weitere Leistungen gibt es kostenpflichtige Pakete.
Die Kontoeröffnung muss persönlich in einer Filiale erfolgen. Der englischsprachige Support ist ausgezeichnet. Sowohl die Mobile App als auch das E-Banking sind vollständig auf Englisch verfügbar.
Zürcher Kantonalbank (ZKB)
Die ZKB ist grundsätzlich offen für US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Allerdings fällt eine saftige Zusatzgebühr von CHF 90 pro Quartal an, also CHF 360 pro Jahr.
Das ist besonders ärgerlich, weil das reguläre ZKB Banking Paket eigentlich kostenlos ist: bis zu 3 Privatkonten, ein Sparkonto und bis zu 2 Visa Debitkarten ohne Gebühren. Als US-Person zahlst du also CHF 360 pro Jahr für ein Konto, das andere gratis erhalten.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Kunden mit einer bestehenden Hypothek bei der ZKB sind von dieser Gebühr befreit. Falls du also vorhast, eine Immobilie über die ZKB zu finanzieren, könnte das eine Option sein. Ein weiterer Nachteil: Die Kontoeröffnung ist nur am Hauptsitz der ZKB in Zürich an der Bahnhofstrasse 9 möglich, nicht in den regulären Filialen.
Wo die ZKB hingegen glänzt, ist bei der englischsprachigen Dokumentation. Sie bietet die umfassendste Sammlung an rechtlichen Dokumenten auf Englisch, darunter die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Bedingungen für Zahlungsdienstleistungen als herunterladbare PDFs. Für alle, die Wert auf vollständige rechtliche Klarheit in englischer Sprache legen, ist die ZKB die beste Wahl.
Migros Bank
Die Migros Bank macht keine offizielle Aussage zur Akzeptanz von US-Personen. Aus Erfahrungsberichten wissen wir jedoch, dass US-Personen mit Wohnsitz in der Schweiz dort Konten eröffnen können. Zusätzliche Gebühren sollen keine anfallen.
Das Kontoangebot ist solide: kostenlose Kontoführung, optionales Sparkonto und eine kostenlose Visa Debitkarte.
Die Kontoeröffnung muss auch hier persönlich vor Ort erfolgen. Der grösste Nachteil der Migros Bank ist der eingeschränkte englischsprachige Support. Die E-Banking App unterstützt zwar Englisch für die grundlegenden Funktionen, aber rechtliche Dokumente sind historisch nicht auf Englisch verfügbar.
Für US-Personen, die fliessend Deutsch sprechen und bereits Migros-Kunden sind, kann die Migros Bank eine praktikable Lösung sein. Für alle anderen gibt es bessere Optionen.
Was ändert sich bei FATCA ab 2027?
Die Schweiz und die USA haben am 27. Juni 2024 ein neues FATCA-Abkommen unterzeichnet. Ab voraussichtlich 2027 wechselt die Schweiz vom Modell 2 zum Modell 1: Schweizer Banken melden die Kontodaten von US-Personen dann nicht mehr direkt an die IRS, sondern über die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), und im Gegenzug erhalten Schweizer Behörden ebenfalls Daten zu Schweizer Steuerpflichtigen in den USA.
Für dich als Kontoinhaber ändert sich an der Meldepflicht nichts. Du musst weiterhin W-9 unterzeichnen, und die Daten landen am Ende immer noch beim IRS. Was sich ändern könnte, ist die Bereitschaft kleinerer Banken: Mit klar geregeltem Meldeweg über die ESTV könnten ab 2027 zusätzliche Institute US-Personen aufnehmen. Details siehe Swiss Banking.
Fazit
Als US-Person in der Schweiz hast du durchaus Optionen für ein Bankkonto, auch wenn die Auswahl eingeschränkter ist als für andere Einwohner. Meine Empfehlung:
PostFinance ist für die meisten US-Personen die beste Wahl. Keine Zusatzgebühren, solide Kontomodelle und guter englischer Support machen sie zur unkompliziertesten Option.
UBS ist eine gute Alternative, besonders wenn du Vermögenswerte in den USA und der Schweiz verwaltest oder bereits Kunde bist.
ZKB lohnt sich nur, wenn du von der Gebühr befreit bist (z.B. durch eine Hypothek) oder wenn dir die englischsprachige Dokumentation besonders wichtig ist.
Migros Bank ist eine Option für deutschsprachige US-Personen, aber der eingeschränkte englische Support macht sie weniger attraktiv.
Häufige Fragen
Kann ein US-Amerikaner in der Schweiz ein Bankkonto eröffnen?
Ja. PostFinance, UBS und ZKB nehmen US-Personen mit Schweizer Wohnsitz an. Die Eröffnung läuft immer in der Filiale, du brauchst Pass, Aufenthaltsbewilligung, US-Steuernummer (SSN/TIN) und ein unterschriebenes W-9.
Welche Schweizer Banken akzeptieren US-Personen?
Sicher: PostFinance, UBS und ZKB. Die Migros Bank lässt US-Personen laut Erfahrungsberichten ebenfalls zu, kommuniziert das aber nicht offiziell. Viele weitere Kantonalbanken und Neo-Banken lehnen US-Personen ab oder prüfen sie nur im Einzelfall.
Muss ich meine US-Staatsbürgerschaft angeben, wenn ich auch Schweizer bin?
Ja. FATCA stellt nicht auf den Wohnsitz oder die Hauptstaatsbürgerschaft ab, sondern auf den US-Status. Doppelbürger mit US-Pass müssen das bei der Kontoeröffnung deklarieren. Die Bank meldet die Daten dann an die IRS, unabhängig davon, wie lange du in der Schweiz lebst.
Kann ich als US-Person online ein Schweizer Konto eröffnen?
Aktuell nicht bei den vier hier verglichenen Banken. Alle verlangen eine persönliche Identifikation in der Filiale, weil zusätzlich FATCA-Formulare unterzeichnet und beglaubigt werden müssen.
Was passiert, wenn ich FATCA-Formulare nicht einreiche?
Ohne unterzeichnetes W-9 gilt das Konto als “non-consenting”. Die Bank kann dann aggregierte Daten an die IRS melden, Details über das ordentliche Amtshilfeverfahren nachreichen und die Geschäftsbeziehung einschränken oder beenden. In der Praxis öffnen die meisten Schweizer Banken erst gar kein Konto, wenn die FATCA-Unterlagen fehlen.
Welche Bank ist am günstigsten für US-Personen in der Schweiz?
Bei einem Guthaben ab CHF 25’000 ist PostFinance Smart Banking effektiv gratis. Darunter ist die UBS Key4 Pure mit CHF 0 Grundgebühr die günstigste Variante. Die ZKB ist wegen der CHF 360 Zusatzgebühr nur dann interessant, wenn du eine ZKB-Hypothek hast.
Hast du Erfahrungen mit Schweizer Banken als US-Person gemacht? Teile sie in den Kommentaren, egal ob mit einer der hier vorgestellten Banken oder einer anderen. Deine Erfahrungsberichte helfen anderen Lesern in derselben Situation.